Schulpflicht in Hessen - Unterricht und schulische Veranstaltungen:

Schulpflicht in Hessen als Pflicht zur Teilnahme am Unterricht:

Die Schulpflicht in Hessen beinhaltet natürlich zuallererst die Pflicht zur Teilnahme am Schulunterricht (vgl. § 69 Abs. 4 SchulG).

Auch wenn einzelne Fächer als sinnlos oder schlecht unterrichtet angesehen werden, so gibt es bisher kaum jemanden, der daraus ein Recht begründen möchte, daß man sich in der Schule seinen Tagesablauf quasi selbst zusammenstellen darf. Schulpflicht besteht für den ganzen Schultag.

Hieran hat bisher auch der in der Bevölkerung immer stärker werdende Ruf nach noch frühzeitigerer Spezialisierung nichts geändert. Nur in den Oberstufen gibt es bisher die Möglichkeit, einzelne Fächer „abzuwählen“.

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Schulpflicht in Hessen - Die Schulpflicht als Pflicht zur Teilnahme an sonstigen (verbindlichen) Schulveranstaltungen:

Die Schulpflicht in Hessen besteht darüber hinaus auch bei der Teilnahme an "sonstigen pflichtmäßigen Schulveranstaltungen" (§ 69 Abs. 4 SchulG). Hierzu wird man (analog den Regelungen anderer Bundesländer wie Baden-Württemberg) gemeinhin die folgenden Veranstaltungen zählen müssen:

  • Wanderungen und Jahresausflüge,
  • Chor, Orchester- und Sporttage,
  • Besuch von bildungsfördernden Veranstaltungen sowie Theateraufführungen und musikalischen Darbietungen,
  • Lehr- und Studienfahrten sowie Veranstaltungen im Rahmen der politischen Bildung,
  • Schullandheimaufenthalte,
  • Lerngänge und Betriebserkundungen,
  • Projekttage,
  • Schüleraustausch mit dem Ausland,
  • Internationale Schülerbegegnungen mit Staaten Mittel- und Osteuropas.

Nach richtiger Auffassung von Niehues/Rux (aaO. R 245) sollte eine Teilnahmepflicht allerdings dann nicht bestehen, wenn die Veranstaltungen nicht der Unterrichtung und Erziehung der Kinder dienen oder nicht mit dem Schulunterricht in unmittelbarem Zusammenhang stehen. Andernfalls würde der Inhalt des Schulverhältnisses über die Maßen ausgedehnt. Allerdings wird ein solcher Fall nur ganz selten vorliegen, da die meisten der obig genannten Veranstaltungen eindeutig schulische Zwecke verfolgen.

Immer wieder kann es auch zu Problemen kommen, wenn solche Veranstaltungen länger gehen und Geld kosten. Auch in diesen Fällen beharrt die Schule regelmäßig auf einer Teilnahme, während die Familie lieber möchte, daß das Kind solange an bei der Parallelklasse unterrichtet wird. Gerade diese Fääe werden oftmals "hart verhandelt", obwohl es eigentlich klar sein sollte, daß man auch in einer anderen Klasse seiner Schulpflicht nachkommt. Die Schulen stellen oftmals aber auch auf die Sozialfunktion der Schule ab... Nach meinem Dafüürhalten ist allerdings auch unter diesem Aspekt kein Zwang zur Klassenfahrt denkbar, zumal die "Argumente" der Schule oftmals zynisch erscheinen, weil es häufig gemobbte Schüler sind, die nicht mitfahren möchten... 

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