Schulwahl -  öffentlichen weiterführenden Schule (Hauptschule, Realschule, Gymnasium) in Hessen:

Schulwahl in Hessen an weiterführenden Schulen - normative Regelungen:

In Hessen werden Schulbezirke nur für Grundschulen gebildet. Für die weitergehenden öffentliche Schulen besteht im Grundsatz freie Schulwahl im Bereich des "gewöhnlichen Aufenthaltorts", die allerdings durch verschiedene Zugangsregelungen wiederum eingeschränkt wird. Relevanz erlangen vor allem die folgenden Normen:

  • § 70 Hessisches Schulgesetz
  • § 6 Verordnung zur Gestaltung des Schulverhältnisses
  • Verordnung über Festlegung der Aufnahmekapazität für die Aufnahme in Schulen der Bildungsgänge der Mittel- und Oberstufe

Schulwahl bei weiterführenden Schulen - Praxis:

Zu beachten ist, daß diese Regelungen in sich äußerst unklar erscheinen und unter mehreren Gesichtspunkten regelmäßig Anlaß zu Mißtrauen hinsichtlich der Entscheidung bieten:

Schulwahl bei weiterführenden Schulen & Aufnahmekapazität der Schulen:

Dies betrifft zu allererst den Gesichtspunkt, daß die Aufnahmekapazität einer bestimmten Schule erschöpft sei. In der Kommentierung von Köller/ Achilles zum Hesseischen Schulrecht heißt es hierzu:

„Die erste Alternative – Überschreitung der Aufnahmekapazität – kann aufgrund der hohen Bedeutung des Aufnahmeanspruchs erst dann zum Tragen kommen, wenn die personellen, räumlichen und sachlichen Möglichkeiten erschöpft sind und ein geregelter Unterricht nicht mehr möglich und daher das Recht auf Bildung der Schülerinnen und Schüler gefährdet ist.“

In der Praxis wird hingegen vorschnell von der Erschöpfung der Aufnahmekapazitäten gesprochen.

Für nähere Fragen hierzu, eine Erstberatung anhand Ihres konkreten Falles oder eine deutschlandweite Vertretung Ihrer Interessen kontaktieren Sie mich bitte direkt.

Aufnahmekriterien für den Besuch der weiterführenden Schule:

Für den Laien völlig unklar, sind zudem die Aufnahmekriterien für den Besuch der weiterführenden Schule.

Insofern sei auf die Kriterien des § 70 Abs. 3 SchulG hingewiesen, wonach Schüler bei der Entscheidung über die Aufnahme vorrangig zu berücksichtigen sind,

  • die an ihrem Wohnort oder dessen Umgebung keine angemessene schulische Ausbildungsmöglichkeit haben,
  • die aufgrund der Verkehrsverhältnisse die für sie in Betracht kommende Schule nur unter erheblichen Schwierigkeiten erreichen können oder
  • bei denen besondere soziale Umstände vorliegen oder
  • deren Eltern eine bestimmte Sprachenfolge oder den Besuch einer Schule mit einem vom Kultusministerium bestätigten besonderen Schwerpunkt wünschen.

Es gibt in diesem Bereich folgerichtig durchaus Diskussionsbedarf, während es in der Praxis nicht selten ist, daß man die lapidare Mitteilung erhält, daß das eigene Kind eben nicht dabei war.


Allgemeine Aussagen lassen sich an dieser Stelle ohnehin nicht treffen, da man erst über eine Akteneinsicht der Schule erfährt, ob diese zulässige Differenzierungskriterien zugrunde gelegt haben und vor allem auch, ob diese dann auch ordnungsgemäß angwendet wurden.


Für nähere Fragen hierzu, eine Erstberatung anhand Ihres konkreten Falles oder eine deutschlandweite Vertretung Ihrer Interessen kontaktieren Sie mich bitte direkt.


Für einen vollständigen Überblick über den Themenbereich, nutzen Sie bitte die nachfolgenden Links: