Die Versetzung:

Die in den Gliederungspunkt Klassenarbeiten & Benotung behandelten Probleme bei der Leistungsbewertung haben in erster Linie Relevanz für die Versetzung.

Die diesbezüglichen Voraussetzungen werden in Hessen durch das Schulgesetz und ergänzend durch die Verordnung zur Gestaltung des Schulverhältnisses geregelt.

Die Versetzungen erfolgen nach folgendem Schema:

Zu beachten ist zunächst, daß die Versetzung eine pädagogische Entscheidung darstellt, gleich auf welcher rechtlichen Grundlage sie erfolgt:

§ 17 Verordnung zur Gestaltung des Schulverhältnisses:
(1) Die Versetzung oder Nichtversetzung einer Schülerin oder eines Schülers ist eine pädagogische Entscheidung, die den Bildungsweg der Schülerin oder des Schülers mit der geistigen, körperlichen und sozialen Entwicklung in Übereinstimmung halten und der Lerngruppe einen Leistungsstand sichern soll, der den Bildungsstandards entspricht. Dabei sind die individuelle Lernentwicklung der Schülerin oder des Schülers ebenso zu berücksichtigen wie die Leistungsanforderungen der jeweiligen Jahrgangsstufe eines Bildungsgangs.

Zu beachten ist desweiteren, daß es eine Versetzung auf Probe (wie beispielsweise in Baden-Württemberg) in Hessen nicht gibt (§ 17 Abs. 5 Verordnung zur Gestaltung des Schulverhältnisses).

Zu beachten ist ferner, daß die Entscheidung über eine Versetzung (mit Ausnahme der Versetzung aufgrund einer Nachprüfung) nicht von den Ergebnissen zusätzlicher, eigens hierfür durchgeführter, schriftlicher oder mündlicher Prüfungen oder Tests abhängig gemacht werden darf (§ 10 Abs. 4 der Verordnung zur Gestaltung des Schulverhältnisses).

Allgemein zu beachten sind schließlich insbesondere die folgenden weiteren Punkte:

§ 19 Verordnung zur Gestaltung des Schulverhältnisses:
(1) Fachnoten, die zum Ende eines Schuljahres erteilt werden, sind die Leistungen der Schülerin oder des Schülers des gesamten Schuljahres unter Berücksichtigung der individuellen Lernentwicklung zugrunde zu legen, wobei der erreichte Leistungsstand am Ende des Schuljahres den Schwerpunkt bildet.
(2) Verschlechtert sich die Fachnote einer Schülerin oder eines Schülers nach einem Schulhalbjahr im Vergleich zu der Fachnote des vorhergehenden Halbjahres um mehr als eine Stufe, ist dies von der Fachlehrerin oder dem Fachlehrer in der Versetzungskonferenz zu begründen. Falls von dieser Fachnote die Entscheidung über eine Versetzung abhängt, ist die Begründung im Protokoll festzuhalten und den Eltern, bei Volljährigen diesen selbst, mitzuteilen.
(3) Bei einem Schulwechsel im Verlauf eines Schuljahres ist das von der abgebenden Schule zuletzt erteilte Zeugnis angemessen zu berücksichtigen. Erfolgt ein Schulwechsel innerhalb von acht Unterrichtswochen vor einer Zeugniserteilung und liegt ein Zeugnis der abgebenden Schule vor, ist die Herabsetzung einer in diesem Zeugnis erteilten Note um mehr als eine Notenstufe nicht zulässig.
(4) Mindestens befriedigende Leistungen in Wahlfächern und in freiwilligen Unterrichtsveranstaltungen sollen bei der Versetzungsentscheidung im Rahmen der Feststellung der Voraussetzungen nach § 75 Abs. 1 Nr. 2 des Hessischen Schulgesetzes Berücksichtigung finden. Dies gilt insbesondere dann, wenn es sich um weitere Fremdsprachen oder um freiwillige Unterrichtsveranstaltungen handelt, die mit einem Unterrichtsfach oder Lernbereich des Pflicht- oder Wahlpflichtunterrichts in engem Zusammenhang stehen.
(5) Epochal erteilter Unterricht ist versetzungswirksam, wenn er als solcher den Eltern, bei Volljährigen diesen selbst, angekündigt worden ist. Die Ankündigung hat in schriftlicher Form durch die Schulleitung zu erfolgen und ist aktenkundig zu machen.

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(12) Abs. 11 gilt entsprechend für Teilleistungsschwächen insbesondere mit der Maßgabe, dass besondere Schwierigkeiten beim Lesen, Schreiben und Rechtschreiben oder beim Rechnen in der Grundschule allein kein hinreichender Grund für eine Nichtversetzung sind.

Bitte beachten Sie nach alledem auch, daß die nachfolgende Darstellung nur die praktisch relevantesten Fälle herausgreift und keinesfalls den Anspruch erhebt, jede noch so sehr versteckte Ausnahmeregelung darzustellen.

Besonders zu begrüßen ist, dass in § 19 Abs. 1 endlich eine Regelung geschaffen wurde, die die Leistungen des gesamten Schulahres umfasst, nachdem sich Hessen zwischenzeitlich die Peinlichkeit leistete, für die Notenbildung eine unzulässige Regelung aufzuweisen, so dass zwischenzeitlich ausschließlich (!) das zweite Halbjahr zählte...

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