Sonderpädagogischer Förderbedarf & Sonderschule (Förderschule) oder inklusive Beschulung:

Sonderpädagogischer Förderbedarf - praktischer Hintergrund:

Unter sonderpädagogischem Förderbedarf versteht man ein Verwaltungsverfahren, in dem geprüft wird, ob ein Schüler derart gravierende Defizite in bestimmten Bereichen aufweist, daß er Unterstützung durch Sonderlehrkräfte benötigt.

  • Im Regelfall implizierte das Ergebnis dieses Verfahrens bisher zugleich, daß diese sonderpädagogische Förderung nicht an den allgemeinen Schulen erfolgte, sondern die Kinder quasi in Sonderschulen (später euphemistisch umbenannt in Förderschulen) abgeschoben wurden (= Förderort Sonderschule).
  • Daneben war bisher auch die integrative Beschulung in allgemeinen Schulen auch bei festgestelltem sonderpädagogischem Förderbedarf grundsätzlich möglich, in Hessen allerdings sehr selten.

Zur rechtlichen Problematik wurde der sonderpädagogische Förderbedarf immer dann, wenn bei Grenzfällen (bspw. Schüler mit ADHS oder Lernstörungen im Grenzbereich zu Legasthenie usw.) sonderpädagogoscher Förderbedarf im Raum stand und die Schüler regelmäßig sogar in Sonderschulen abgeschoben werden sollten.

Für nähere Informationen zu diesem Aspekt kontaktieren Sie mich bitte direkt.

Sonderpädagogischer Förderbedarf und UN-Behindertenkonvention:

Bewegung in den sonderpädagogischen Förderbedarf ist durch die Ratifizierung der UN-Behindertenkonvention gekommen, auf deren Grundlage nunmehr vermehrt gefordert wird, "behinderte Schüler" zumindest in die allgemeinen Schulen zu integrieren (sogenannte Inklusion).

Für nähere Informationen zu diesem Aspekt kontaktieren Sie mich bitte direkt.

Sonderpädagogischer Förderbedarf - Neuregelungen in Hessen:

Hessen hat den "politischen Auftrag" der UN-Behindertenkonvention im Wege eines Neuregelung des sonderpädagogischen Förderbedarfs als Ziel bestimmt, möglichst viele Schüler an allgemeinen Schulen zu integrieren (Inklusive Beschulung in der allgemeinen Schule gem. § 51 HSchG).

Dies ändert freilich nichts daran, daß man unter mehreren Aspekten weiterhin äußerst vorsichtig sein sollte, wenn man mit sonderpädagogischem Förderbedarf in Verbindung gebracht wird:

  • Zum einen ändert wird man alleine durch die Feststellung sonderpädagogischen Förderbedarfs nach wie vor nachhaltig stigmatisiert, egal ob man im Wege der Inklusion Schüler einer allgemeinen Schule ist oder nicht.
  • Des weiteren besteht die Gefahr, daß Inklusion vor allem auf den Grundschulbereich beschränkt bleibt und sich nach Klassenstufe 4 dann die Frage stellt, wie es weitergeht. Daß dies zu Problemen führen kann, ist bereits aus NRW bekannt, wo vormals integrativ beschulte Schüler dann gerne in Hauptschulen abgeschoben werden, da Realschulen und Gymnasien selten Inklusion anbieten.

Bei "Grenzfällen" sollte man demnach nach wie vor sehr vorsichtig sein, was sonderpädagogischen Förderbedarf anbelangt. Für eine Erstberatung zu Ihrem konkreten Fall oder eine deutschlandweite Vertretung Ihrer Interessen kontaktieren Sie mich bitte direkt.

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