Spickzettel und andere Täuschungsversuche:

Auch im schulischen Bereich spielen Täuschungsversuche eine erhebliche Rolle:

Spickzettel und Täuschungsversuche in der Schule - Regelungen:

In der Verordnung zur Gestaltung des Schulverhältnisses finden sich folgende Regelungen:

§ 31 Verordnung zur Gestaltung des Schulverhältnisses - Täuschungen
(1) Bedient sich eine Schülerin oder ein Schüler bei einem Leistungsnachweis nicht ausdrücklich zugelassener Hilfsmittel oder fremder Hilfe oder täuscht sie oder er in anderer Weise über den nachzuweisenden Leistungsstand, entscheidet die Fachlehrerin oder der Fachlehrer, bei schriftlichen Arbeiten nach § 32 Abs. 2 die aufsichtsführende Lehrerin oder der aufsichtsführende Lehrer nach pflichtgemäßem Ermessen und unter Beachtung des Grundsatzes der Verhältnismäßigkeit über die zu treffende Maßnahme. Als solche Maßnahme kommt in Betracht:
1. Ermahnung und Androhung einer der nachfolgend beschriebenen Maßnahmen;
2. Beendigung des Leistungsnachweises und anteilige Bewertung des bearbeiteten Teils, auf den sich die Täuschungshandlung nicht bezieht;
3. Beendigung des Leistungsnachweises ohne Bewertung, wobei zugleich der Schülerin oder dem Schüler Gelegenheit gegeben wird, den Leistungsnachweis unter gleichen Bedingungen, jedoch mit veränderter Themen- oder Aufgabenstellung aus der gleichen Unterrichtseinheit zu wiederholen. In diesem Fall findet § 33 Abs. 1 keine Anwendung;
4. Beendigung des Leistungsnachweises und Erteilung der Note "ungenügend" oder null Punkte.
(2) Verweigert eine Schülerin oder ein Schüler die Wiederholung des Leistungsnachweises in den Fällen des Abs. 1 Nr. 3 oder begeht sie oder er bei der Wiederholung erneut eine Täuschungshandlung, gilt § 29Abs. 2.
(3) Die Abs. 1 und Abs. 2 gelten auch bei einem Täuschungsversuch sowie entsprechend in den Fällen, in denen die Täuschung oder der Täuschungsversuch erst nach Anfertigen des Leistungsnachweises festgestellt wird.
(4) Die Bestimmungen in den Prüfungsordnungen über Täuschungen bleiben unberührt.

Für nähere Fragen, eine Erstberatung oder die deutschlandweite Vertretung Ihrer Interessen kontaktieren Sie mich bitte direkt.  

Spickzettel usw. - Abgrenzung der straflosen Vorbereitung zum Versuch:

Abzugrenzen ist hiernach zunächst die straflose Vorbereitung zu einem Täuschungsversuch von dem sanktionswürdigen Versuch:

  • Wer Spickzettel vorbereitet o.ä., diese dann aber nicht in den Prüfungsraum mitnimmt, bleibt straflos.
  • Andererseits ist es dann egal (wenn man den Spickzettel in den Prüfungsraum mitnimmt), ob man diesen dort benötigt (weil beispielsweise andere Fragen drankommen) oder benutzt (weil man beispielsweise keine geeignete Gelegenheit findet).

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Spickzettel usw. - Beweislast:

Zu beachten ist, daß die Beweislast für die Täuschung bei den Lehrern liegt:

  • Gegebenenfalls kommen den Lehrern aber auch die Grundsätze des „Anscheinsbeweises“ zugute, wenn einzelne Tatsachen bei verständiger Würdigung den Anschein erwecken, daß der Prüfling getäuscht hat.
  • Der Schüler kann dies aber mit dem Vortrag eines atypischen Geschehensablaufes entkräften.

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Spickzettel usw. - Sanktionen:

Die Sanktionen sind für den Einzelfall unter dem Gesichtspunkt der Verhältnismäßigkeit festzusetzen. Es gibt nicht „die Sanktion“, was sich in Hessen ja auch erfreulicherweise bereits direkt aus der Norm ergibt:

  • Insofern sollte man Sanktionen im Zusammenhang mit Täuschungshandlungen immer genau überprüfen, ob diese auch rechtmäßig sind und sich auch dagegen wehren. Oftmals wird mit Kanonen auf Spatzen geschossen, was nicht zulässig ist.

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