Nachteilsausgleiche bei sonderpädagogischem Förderbedarf, LRS, Dyskalkulie und sonstigen Beeinträchtigungen:

Beeinträchtigungen des Schülers können zu einer Verletzung des Grundsatzes der Chancengleichheit führen und damit zu Verfahrensfehlern. Hierzu gibt es vor allem die nachfolgenden relevanten Regelungen:

Regelungen bei sonderpädagogischem Förderbedarf:

Augenscheinliche Relevanz erlangen natürlich die Konstellationen bei denen sonderpädagogischer Förderbedarf besteht. Ist dies der Fall, ist der Grundsatz der Chancengleichheit evident gefährdet:

Anlage  2 der Verordnung zur Gestaltung des Schulverhältnisses Ziffer 8. Bestimmungen über schriftliche Arbeiten bei festgestelltem sonderpädagogischen Förderbedarf
a) Die allgemeinen Bestimmungen der Richtlinien für Leistungsnachweise gelten auch für Schülerinnen und Schüler mit Anspruch auf sonderpädagogische Förderung in Förderschwerpunkten mit einer der allgemeinen Schule zielentsprechenden Unterrichtung im gemeinsamen Unterricht und in den Förderschulen. Dabei ist die besondere Situation dieser Schülerinnen und Schüler angemessen zu berücksichtigen.
b) In den Schulen mit Förderschwerpunkt Lernen sind ab Klasse 5 während eines Schuljahrs in den Fächern Deutsch und Mathematik in der Regel je sieben schriftliche Arbeiten nach § 32 Abs. 2 Nr. 1 der Verordnung zu schreiben. Über Ausnahmen entscheidet die Gesamtkonferenz. Um der besonderen Situation der Schülerinnen und Schüler mit Anspruch auf sonderpädagogische Förderung im Förderschwerpunkt Lernen Rechnung zu tragen, sind bei der Beurteilung der schriftlichen Arbeiten in erster Linie sonderpädagogische Gesichtspunkte maßgebend. Nicht die Anzahl der Fehler sollte deshalb als Kriterium der Leistung gelten und besonders herausgestellt werden, sondern die Anzahl der gelösten Aufgaben bzw. die individuellen Leistungsverbesserungen sollten hervorgehoben werden.
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d) Die Regelungen über den Nachteilsausgleich bei Prüfungen und Leistungsnachweisen für Schülerinnen und Schüler mit Behinderungen in § 7 der Verordnung sind zu beachten.
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Für nähere Fragen, eine Erstberatung oder die deutschlandweite Vertretung Ihrer Interessen kontaktieren Sie mich bitte direkt.  

LRS, Dyskalkulie und sonstige Lernschwächen sowie vorübergehende Behinderungen (Armbruch usw.):

Für LRS und Dyskalkulie gibt es in den §§ 37ff der Verordnung zur Gestaltung des Schulverhältnisses. Für nähere Details nutzen Sie bitte vorstehende Links oder kontakieren Sie mich für eine telefonische Erstberatung oder die deutschlandweite Vertretung Ihrer Interessen.

Nachteilsausgleich - Ergänzende Bemerkungen:

Wichtig ist in jedem Fall, daß die Beeinträchtigungen im Vorfeld einer Leistungserfassung geltend gemacht und ggf. auch durchgesetzt werden, wenn diese in einem Verfahren anzuerkennen sind. Der erst nachträgliche Hinweis macht solche Beeinträchtigungen jedenfalls sehr schwierig bis unmöglich.

Wichtig ist auch, daß die Beeinträchtigungen möglichst ärztlich belegt werden.

Für nähere Fragen, eine Erstberatung oder die deutschlandweite Vertretung Ihrer Interessen kontaktieren Sie mich bitte direkt.  

Die weitergehenden Einzelheiten für Kinder mit Lese- und Rechtschreibschwäche (LRS) und Rechenschwäche (Dyskalkulie) werden wegen ihrer besonderen Relevanz und der weitergehenden Bedeutung in einem gesonderten Gliederungspunkt dargestellt "LRS & Dyskalkulie".