Wiederholungsarbeiten nach Notenspiegel in Hessen:

Eine Besonderheit des Hessischen Schulrechts ist die Regelung der Möglichkeit von Wiederholungsarbeiten für den Fall, daß ein Anhalt dafür besteht, daß die schriftlichen Arbeiten zu schwer waren. Diese sind zu unterscheiden von den krankheitsbedingten Wiederholungsarbeiten.

Wiederholungsarbeiten und Notenspiegel - Regelungen:

Die normativen Regelungen finden sich wiederum in der Verordnung zur Gestaltung des Schulverhältnisses:

§ 33 Verordnung zur Gestaltung des Schulverhältnisses
(3) Unter jede Arbeit ist ein Notenspiegel anzubringen, aus dem sich die Noten aller Schülerinnen und Schüler der Klasse/Lerngruppe ergeben. Dies gilt entsprechend bei der Beurteilung einer schriftlichen Arbeit in Form eines Punktssystems.

§ 34 Verordnung zur Gestaltung des Schulverhältnisses
(1) Ist mehr als ein Drittel der abgelieferten schriftlichen Arbeiten mit der Note mangelhaft oder ungenügend oder mit einer entsprechenden Punktzahl bewertet worden, ist die Arbeit einmal zu wiederholen, sofern nicht die Schulleiterin oder der Schulleiter nach Beratung mit der Fachlehrerin oder dem Fachlehrer entscheidet, daß die Arbeit zu werten ist. Die Arbeit ist zu wiederholen, wenn mehr als die Hälfte mit den Noten mangelhaft oder ungenügend oder der entsprechenden Punktzahl bewertet wurde. Besondere Vorschriften für einzelne Schulformen oder Schulstufen bleiben hiervon unberührt.
(2) Für die Ankündigung der Termine von Wiederholungsarbeiten gilt § 33 Abs. 1 entsprechend. Im Falle der Wiederholung einer schriftlichen Arbeit wird bei der Leistungsbewertung nur die Arbeit mit der besseren Note berücksichtigt.
(3) Abs. 1 und 2 gilt entsprechend für schulinterne Vergleichsarbeiten nach Anlage 2 Nr. 7 Buchst. a in der Form, daß mehr als ein Drittel oder mehr als die Hälfte der abgelieferten schriftlichen Arbeiten der gesamten Jahrgangsstufe der Schule oder des Bildungsgangs mit den Noten mangelhaft oder ungenügend oder der entsprechenden Punktzahl bewertet worden sein müssen. Bei Vergleichsarbeiten ist der Notenspiegel nach § 33 Abs. 3 sowohl für die Klasse als auch für die gesamte Jahrgangsstufe der Schule oder des Bildungsganges anzubringen. Auf Vergleichsarbeiten mit landesweit einheitlicher Aufgabenstellung nach § 32 Abs. 2 Satz 3 findet § 34 keine Anwendung.

Wiederholungsarbeiten und Notenspiegel - praktische Auswirkungen:

Hiernach ist also festzuhalten:

  • Es ist zu unterscheiden zwischen der Regelung unter § 34 Abs. 1 Satz 1 und 2: Während unter der letztgenannten Alternative eine Wiederholung erfolgen muß, steht dies im Falle der Voraussetzungen in Satz 1 im Ermessen des Schulleiters ("kann"). Zu beachten ist, daß in diesem Fall Ermessen nicht gleichzusetzen ist mit "Willkür". D.h gibt es Anhaltspunkte dafür, daß der schlechte Schnitt nicht an den Schülern, sondern der Schwierigkeit der Arbeit lag, wird man sie auch in diesem Falle wiederholen müssen.
  • Zu beachten ist auch, ob vorrangige Spezialregelungen bestehen.

Kommt es zu der Wiederholungsarbeit, so ist die mit der besseren Note zu werten, also nicht zwangsläufig die Wiederholungsarbeit!

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