Klassenarbeiten usw. :

Klassenarbeiten, Lernkontrollen, Übungsarbeiten, Orientierungsarbeiten usw. sind Grundlage dessen, was in die Benotung eingeht.

Nachfolgend habe ich versucht, die wichtigsten und häufigsten Fragen zu diesen Themenbereichen zusammenzustellen:

  • Was darf abgefragt werden (Klausurenstoff)?
  • Anzahl der Klassenarbeiten usw.?
  • Wiederholungsarbeiten bei entschuldigtem Fehlen?
  • zeitliche Verteilung von Leistungserfassungen über das Schuljahr
  • An welchen Tagen dürfen keine Klassenarbeiten usw. geschrieben werden?
  • Rechtzeitige Ankündigung von Klassenarbeiten usw.

Klassenarbeiten usw. - Differenzierungen:

Begrifflich ist hinsichtlich der schriftlichen Arbeiten gemäß § 32 Verordnung zur Gestaltung des Schulverhältnisses vor allem zwischen Klassen- und Kursarbeiten, Lernkontrollen in den übrigen Fächern, Übungsarbeiten und in schriftlicher Form durchgeführten Übungen und Orientierungsarbeiten als Diagnoseinstrument zu unterscheiden.

Ergänzend gibt es selbstverständlich noch andere Möglichkeiten der Leistungserfassung, auf die an dieser Stelle nicht näher eingegangen werden soll. Es sei an dieser Stelle beispielhaft die Leistungserfassung auf Grundlage von Hausaufgaben gemäß § 35 Verordnung zur Gestaltung des Schulverhältnisses hingewiesen:

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Klausurenstoff:

Die erste relevante Frage betrifft den Inhalt dessen, was abgefragt werden darf.

Zu beachten ist zunächst, daß sich der Klausurenstoff im schulischen Bereich grundsätzlich nach dem zu bestimmen hat, was zuvor im Unterricht durchgenommen wurde bzw. was sich die Schüler (bspw. im Rahmen von Hausaufgaben) selbst erarbeitet haben.

§ 73 HSchG - Bewertungen der Leistungen und des Arbeits- und Sozialverhaltens
...
(2) Grundlage der Leistungsbeurteilung sind die mündlichen, schriftlichen, praktischen und sonstigen Leistungen, die die Schülerin oder der Schüler im Zusammenhang mit dem Unterricht erbracht hat. Für die Leistungsbewertung sind die im Unterricht vermittelten Kenntnisse und Fähigkeiten maßgebend.
...

Inwiefern im Einzelfall in gewissem Umfange Verständnisfragen o.ä. zuzulassen sind, wenn die Ausbildung auch auf ein „Weiterdenken“ ausgerichtet war, dürfte im schulischen Bereich demnach eher eng gesehen werden.

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Klassenarbeiten usw. - Anzahl der Leistungserfassungen und Wiederholungsarbeiten:

Die Anzahl der Klassen- und Kursarbeiten ergibt sich aus Anlage 2 zu der Verordnung zur Gestaltung des Schulerhältnisses. Auf die dort ausführlich geregelten Vorgaben wird verwiesen.

Problematisch können die Fälle werden, in denen ein Schüler einen Termin versäumt, d.h. die Frage einer Wiederholungsarbeit auftritt. Hierzu trifft die Verordnung zur Gestaltung des Schulverhältnisses folgende Regelung:

§ 22 Verordnung zur Gestaltung des Schulverhältnisses - Nichterbrachte Leistungen
(1) Die nachträgliche Anfertigung von schriftlichen oder anderen Leistungsnachweisen, die die Schülerin oder der Schüler aus von ihr oder ihm nicht zu vertretenden Gründen versäumt hat, kann von der Lehrerin oder dem Lehrer verlangt werden, wenn andernfalls eine sachgerechte Leistungsbeurteilung nicht möglich ist. Hierbei kann im Einzelfall von den Vorgaben des § 33 Abs. 1 abgesehen werden. Eine Leistungsbeurteilung auf Grund nur teilweise erbrachter Leistungen ist in solchen Fällen grundsätzlich zulässig.
...

Anlage 2 Verordnung zur Gestaltung des Schulverhältnisses
...
4. Eine Wiederholungsarbeit erfolgt mit veränderten Themen- und Aufgabenstellungen aus der gleichen Unterrichtseinheit nach angemessener Vorbereitungszeit. Eine nochmalige Wiederholung einer mißlungenen schriftlichen Arbeit ist ausgeschlossen.

Hiernach ist festzuhalten:

  • Eine Wiederholungsarbeit liegt im Ermessen des Lehrers.
  • Eine Wiederholungsmöglichkeit gibt es nur einmal.

Es kann hiernach also durchaus sein, daß Schüler eine unterschiedliche Anzahl von Leistungserfassungen aufweisen.

  • Allerdings sollte dies - trotz des eingeräumten Ermessens - nach richtiger Auffassung der Ausnahmefall sein, da ansonsten eine Ungleichbehandlung vorliegt. Das "Kann" für den Nachtermin sollte dies im Rahmen einer pflichtgemäßen Ermessensausübung berücksichtigen.
  • Auch sollte dieselbe Art der Leistungsfeststellung erfolgen.

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Klassenarbeiten usw. - zeitliche Verteilung der Leistungserfassungen über das Schuljahr:

Die zeitliche Verteilung der schriftlichen und anderen Leistungsnachweise ergibt sich wiederum aus der Verordnung zur Gestaltung des Schulverhältnisses:

§ 28 Verordnung zur Gestaltung des Schulverhältnisses - Auswahl der Leistungsnachweise, Verteilung auf das Schuljahr
(2) Schriftliche und andere Leistungsnachweise sollen für die einzelnen Lerngruppem gleichmäßig auf das Schuljahr verteilt werden. Eine Häufung vor den Ferien ist zu vermeiden...

Man wird folglich in jedem Falle vermeiden müssen, daß es zu einer zeitlichen Überanspruchung der Schüler kommt.

Im übrigen wird es auf den individuellen Abschluß von Lernabschnitten ankommen, die durchaus auch unterschiedliche Längen beinhalten können, so daß man jedenfalls nicht das Schuljahr mathematisch in gleichlange Abschnitte für die jeweiligen Klassenarbeiten aufteilen kann.

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Klassenarbeiten usw. - An welchen Tagen dürfen Leistungserfassungen erfolgen?

Die Regelungen erfolgen auch hier wiederum aus der Verordnung zur Gestaltung des Schulverhältnisses:

§ 33 Verordnung zur Gestaltung des Schulverhältnisses:
...
(2) Korrektur, Bewertung und Rückgabe einer schriftlichen Arbeit haben so rasch wie möglich, spätestens jedoch nach drei Unterrichtswochen, zu erfolgen. Aus der Korrektur der schriftlichen Arbeit muß die Bewertung der Leistung durch Noten oder Punkte nachvollziehbar sein, die Korrektur soll Perspektiven für die weitere Entwiclung eröffnen und auch individuelle Leistungsverbesserungen hervoorheben. Vor der Rückgabe und der Besprechung einer schriftlichen Arbeit sowie am Tag der Rückgabe darf im gleichen Unterrichtsfach keine neue Arbeit geschrieben werden. Bei Minderjährigen ist den Eltern Gelegenheit zu geben, die schriftliche Arbeit nach der Rückkgabe einzusehen...

Relevanz erlangen auch immer wieder Fragen, ob nach Ferien oder Feiertagen Leistungserfassungen erfolgen dürfen:

  • Nach den Ferien wird man nie Klassenarbeiten oder schriftliche Überprüfungen schreiben dürfen.
  • Ob Klassenarbeiten auch nicht nach dem Wochenende oder Feiertagen geschrieben werden dürfen, ist hingegen nicht so einfach und ergibt sich wohl allenfalls individuell je nach Schule.

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Klassenarbeiten usw. - wie viele Leistungserfassungen dürfen pro Tag/ pro Woche erfolgen?

Hierzu heißt es in der Verordnung zur Gestaltung des Schulverhältnisses:

§ 28 Verordnung zur Gestaltung des Schulverhältnisses:
(2) ... Außer in beruflichen Schulen mit Teilzeitunterricht dürfen von einem Schüler grundsätzlich an einem Tag nur eine, in einer Unterrichtswoche nicht mehr als drei schriftliche Arbeiten nach § 32 Abs. 2 verlangt werden. Dies gilt nicht in den Fällen des § 29 Abs. 1 Satz 1.

Probleme können - wie in anderen Bundesländern auch - also vor allem immer dann auftreten, wenn eine Wiederholungsarbeit mit in diesen Zeitraum fällt. In Hessen gibt es (beispielsweise im Gegensatz zu Baden-Württemberg) eine ausdrückliche Regelung, wonach die Wiederholungsarbeiten zusätzlich erfolgen können. Dies kann nach richtiger Auffassung nur dann zulässig sein, wenn dies im Rahmen der Ermessensausübung als absolute Ausnahme gehandhabt wird. Für Wiederholungen muß als Regelfall ein Zeitpunkt gefunden werden, der sich nicht mit den regulären Leistungserfassungen überschneidet, anonsten verletzt man das Gebot der Chancengleichheit.

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Klassenarbeiten usw. - rechtzeitige Ankündigung von Leistungserfassungen:

Für die Ankündigung bestehen nachfolgende Regelungen:

§ 33 Verordnung zur Gestaltung des Schulverhältnisses:
(1) Die Termine und der inhaltliche Rahmen schriftlicher Arbeiten nach § 32 Abs. 2 Nr. 1, 2 und 4 sind rechtzeitig, in Schulen mit Vollzeitunterricht mindestens fünf Unterrichtstage vorher bekanntzugeben.

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