Neuregelung zur Feststellung sonderpädagogischen Förderbedarfs in Hessen:

Verfahren zur Feststellung von sonderpädagogischem Förderbedarf:

Nach wie vor kann ein Verfahren zur Feststellung sonderpädagogischen Förderbedarfs auch ohne Einwilligung der Eltern durch die Schule eingeleitet werden.

Neu ist insofern, daß dem Schulleiter zunächst die Federführung eines solchen Verfahrens übertragen und ein Förderausschuß eingerichtet wird. Die Entscheidung über den sonderpädagogischen Förderbedarf trifft indes der Schulleiter bzw. das Staatliche Schulamt, wenn sich der Förderausschuß nicht auf eine Empfehlung einigen kann.

Insofern ist bei Einleitung des Verfahrens zur Feststellung sonderpädagogischen Förderbedarfs nach wie vor höchste Vorsicht geboten, auch wenn Schulen dies als "Chance für eine integrative Beschulung" etc. verlaufen sollten.

  • Fakt ist, daß bereits die Feststellung sonderpädagogischen Förderbedarfs erheblich stigmatisieren kann und die Gefahr besteht, daß unter dem Deckmantel integrativer Beschulung nunmehr noch "großzügiger" damit umgegangen wird.
  • Zum anderen ist eine integrative Beschulung als Ergebnis des Verfahrens nunmehr zwar gesetzliches Ziel, aber keineswegs selbstverständlich und dann wird es richtig brenzlig.

Wer hier ein rechtzeitiges Gegensteuern verschläft, der verliert wertvolle Zeit, noch etwas zu verhindern. Für weitergehende Informationen, eine Erstberatung zu Ihrem konkreten Fall oder eine deutschlandweite Vertretung Ihrer Interessen kontaktieren Sie mich bitte direkt.

Der Bescheid - Ausgang des Verfahrens zur Feststellung sonderpädagogischen Förderbedarfs:

Am Ende des Verfahrens zur Feststellung sonderpädagogischen Förderbedarfs ergeht ein Bescheid.

Im negativen Fall sind 2 Komponenten denkbar:

  • Es wird sonderpädagogischer Förderbedarf mit dem Förderort Sonderschule festgestellt.
  • Es wird sonderpädagogischer Förderbedarf festgestellt, Förderort ist eine integrative Beschulung in einer allgemeinen Schule.

Die erste Variante ist natürlich der worst case und eine rechtliche Auseinandersetzung steht dann außer Frage.

Die zweite Variante hört sich auf den ersten Blick nicht so ganz negativ an, da zwar sonderpädagogischer Förderbedarf festgestellt wurde, das Kind aber zunächst in seinem gewohnten Umfeld (allgemeine Schule) bleibt. Allerdings sollte auch hier Vorsicht gelten, denn das, was zunächst wenig gravierend aussieht, wird vermutlich spätestens am Ende der Grundschulzeit wieder hochkochen, wenn weiterführende Schulen eine integrative Beschulung nicht anbieten bzw. zumindest Realschulen und Gymnasien dies nicht tun wollen.

Für weitergehende Informationen, eine Erstberatung zu Ihrem konkreten Fall oder eine deutschlandweite Vertretung Ihrer Interessen kontaktieren Sie mich bitte direkt.

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